Donnerstag, 05. April 2012 Laufschule eröffnet

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DORTMUND Frühjahrszeit ist Läuferzeit, auch in Dortmund. Jetzt hat auch die erste Dortmunder Laufschule ihren Betrieb aufgenommen. Von Jürgen Koers

Bei Franz-Josef, 48 Jahre alt, war es das alte Laster mit dem Rauchen. Endlich hatte er es aufgegeben vor einigen Monaten, aber schon seit Jahren keinen Sport mehr gemacht. „Ein paar Kilos“ sammelte er flott an, gesteht er. Und nach Möglichkeit sollen sie auch flott wieder runter. Denn da ist auch noch die andere Sache. Franz-Josef lacht, fühlt sich ertappt: „Mein Bruder ist vier Jahre jünger und läuft deutlich besser.“

Strukturiertes Training

„Nicht mehr lange“, kommt gleich die Aufmunterung von rechts. Volker Hartmann, Leiter der ersten Dortmunder Laufschule, befragt seine Kandidaten. Er verspricht den Teilnehmern ein strukturiertes Lauftraining (Kosten: 290 Euro), bietet mit erfahrenen Trainern Hilfe und Unterstützung an. Es geht nicht um Bestzeiten, sondern um den gelingenden Einstieg in den Laufsport. „Gruppendynamik und Spaß“, sagt Hartmann, „sollten an erster Stelle stehen.“ Das große Ziel – ohne Zwang – für alle ist der Halbmarathon am Phoenixsee am 3. Oktober, mit 21,1 Kilometern purer Herausforderung.

Bis dahin stehen noch einige Aufgaben an. Erst einmal sollen alle ihre beste Laufgeschwindigkeit kennenlernen. Eine Runde um den See, ein paar Kilometer nur, dann finden sich Grüppchen, die ihr Tempo gemeinsam gestalten. Sie quatschen, erzählen ihre Geschichten. Dirk (53) hat beim Laufen manchmal Rückenschmerzen, Claudia (45) war ein wenig zu schnell unterwegs.

Nach dem Aufgalopp pustet Silke (36) tief durch. Sie läuft im Zweifel lieber langsamer, sagt sie. Bei der Arbeit gab es zu viel Kaffee und nur drei Kekse zu essen. „Jetzt merke ich meinen Kreislauf“, sagt sie. Kein Problem, fürs Erste reicht es. Fast. Ansgar Varnhagen, einer der schnellsten Dortmunder Läufer und als Coach in der Laufschule dabei, hebt die Stimme. „Nach dem Laufen ist das Training noch nicht vorbei. Dehnen!“

Und während Hüftbeuger und Waden gestreckt und gepflegt werden, entstehen die ersten Träume, die Gedanken fliegen zu den nächsten Einheiten. Eine Leistungsdiagnostik kommt noch, Ernährungsberatung, individuelle Trainingspläne, Beratung für die Ausrüstung. Nur eines wird nicht passierten: Bis Oktober will die Gruppe ihre Füße nicht mehr stillhalten.

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